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Der Hase ist jetzt eine Katze

Jetzt ist es doch passiert. Wir haben ein Haustier. Eigentlich war es mein Fehler, denn vor unserem Mehrparteienhaus -ab und an auch innen- stromerte kurz vor Weihnachten ein kleines Kätzchen herum. Ihr Fell sah nicht besonders dick aus. Und sie hat schon gefroren. Cathi war sofort begeistert von ihr und wollte sie streicheln. Ich habe das Cathi verbieten müssen. Man weiß ja leider nie, was dort für Krankheiten lauern. Cathi war natürlich total sauer auf mich und mir fiel es nicht ganz so leicht, ihr das begreiflich zu machen. Nichts desto trotz habe ich -obwohl manche Mieter und die Hausverwaltung das nicht wollen- mit Absicht ein

Kellerfenster angelehnt gelassen. Ich dachte mir, ich probiere das einmal aus, ob die Miez so schlau ist und die Öffnung findet. Des Weiteren habe ich dann immer unten auf den Boden neben das Fenster eine Schüssel mit Milch und etwas Katzenstreu hingestellt. Außen auf das Fensterbrett habe ich eine handvoll Trockenfutter gelegt, damit sie es findet. Weil Weihnachten war kaufte ich sogar das etwas bessere Futter. Es hat alles super funktioniert. Ich habe die Miez zwar nicht gesehen, aber das Fenster war meist Abends etwas weiter geöffnet und das Futter und die Milch waren leer. Es kam wie es kommen musste. Eines Morgens saß die Miez schon da und hat mich angeschriehen. Für sie war nur Fütterung. An Silvester war ich morgens unten, bevor ich zum Supermarkt bin. Ich habe die Katze gefüttert und als ich wiederkam, da stand sie innen neben der Haustür und ist mir bis in den dritten Stock gefolgt, SIe wollte mit rein. Cathi hätte sie natürlich sofort mitgenommen, aber ich hab gesagt, dass wir kein Haustier haben werden und die Katze von draußen kommt. Cathi hat geweint. Naja Cathi hat dann gewonnen. SIe hat mir wirklich ständig in den Ohren gelogen und jedes mal, wenn ich mit Cathi runter bin, da war die Katze auch schon da. Also ist natürlich das Thema auch jedes mal wieder aufgekeimt. Weil die Katze mir leid tat und ich irgendwie auch meine Ruhe haben wollte habe ich gestern Mittag die Katze gegriffen und bin mit ihr in die Tierklinik gefahren, um checken zu lassen, ob sie gesund ist. Die Katze ist ok, ich habe lediglich eine Wurmkur mit bekommen. Der Arzt meinte nur “Fremde Katze gefüttert?” und ich antwortete verlegen “Hmmm.” Jetzt liegt sie hier auf dem Stuhl neben mir, während ich das schreibe und schnurrt. 1:0 für Cathi.

“Mami, ich will einen Hasen” – Die Zweite

Ich habe meine Idee am Wochenende wahr gemacht und bin mit allen Eltern in Kontakt getreten. Bein ein paar Eltern war es relativ einfach. Sie waren sofort überzeugt und konnten meine Argumente verstehen. Bei manchen war es etwas schwieriger, weil sie -in meinen Augen- einfach die Investition gescheut haben. Natürlich haben sie es nicht so gesagt, aber es kamen immer wieder Argumente dagegen, die ich einfach nicht nachvollziehen konnte. Da waren Sachen dabei wie “Hasen beißen doch”. Na klar. Hasen sind wahnsinnige gefährliche Tiere. “Und wer macht das dann sauber?” -”Na die Kinder” -”Ich will aber nicht, dass mein Kind in Hasenkot rumwült.” Erstens gibt es Handschuhe und zweitens gehört das dazu, wenn man Verantwortung übernimmt. Ich meine darum geht es doch. Zu einem Haustier gehören nunmal alle Seiten. Es füttert sich nicht selbst, macht seinen eigenen Kot nicht weg und Haustiere wachsen auch nicht auf Bäumen. Die Kindergartenleitung war prinzipiell zufrieden und sie meinten auch, dass sie einen Förderverein hätten. Das hatte ich so gar nicht mehr auf dem Schirm. Das werde ich morgen mal in Angriff nehmen. Ich weiß jetzt nicht wieviel Geld dahinter steckt, aber irgendwie werden wir das schon machen. Ein Gedanke war auch noch, dass ich einfach eine Sammelbox in den Kindergarten stelle und den Eltern sage, dass sie eben nichts reinschmeißen, wnn sie nichts haben. Das wir das dann eben anonym machen. Und die, die mehr haben, die können ja auch mehr geben.  So ein Hase ist nicht besonders teuer, aber ein ordentlicher Käfig muss gebaut werden oder aufwendig im Internet gesucht. Für Hinweise bin ich dankbar.

“Mami, ich will einen Hasen!”

Wie ich bereits berichtet habe war ich ja mit Cathi im Zoo. Cathi hat es wie gesagt super gefallen, doch irgendwie haben wir jetzt ein kleines Problem dadurch bekommen. Immer wenn ich jetzt mit Cathi an der Zoohandlung vorbeigehe bekommt sie ganz große Augen. Gestern hat sie so lange gedrängelt, bis wir hinein gegangen sind. “Wir können ja ruhig mal schauen”, dachte ich. Ich hätte ahnen sollen, was dann passiert. Aus Staunen ist schnell Wollen geworden. Cathi lief von Käfig zu Käfig. “Mami, ich will einen Hasen!” hieß es dann, als ich nein sagte, da es wahnsinnig viel Aufwand ist, lief sie weiter, da sie natürlich dachte, dass ich nur gegen den Hasen war. Sie versuchte es also mit Wellensittichen,Schildkröten und einem Chamäleon. Ich habe natürlich alles abgelehnt, weil ich es zumindest erst einmal in Ruhe mit ihr diskutieren wollte. Schließlich ist ein Haustier eine riesen Verantwortung. Und wenn ich an mich als Kind denke, dann weiß ich, dass ich als Mutter am Ende diejenige sein werde, die den Käfig ständig sauber macht. Was aber tun, wenn das Kind nicht locker lässt? Man kann ja auch nicht erwarten, dass Kinder in dem Alter diese Argumentation verstehen. Nie will ein Kind glauben, dass es doch genau so kommen wird, dass das Tier erst interessant und nach ein paar Wochen langweilig und nur noch Arbeit ist. Ich muss gestehen, dass ich selbst eine Schildkröte auf dem Gewissen habe. Und immer ist es die gleiche Geschichte, die Eltern erzählen. Ich habe nun überlegt, ob es nicht eine Möglichkeit gibt Cathi anderweitig mit Tieren in Kontakt zu bringen, um ihr die schönen Seiten zu geben, sie UND mich nicht mit der Arbeit und Verantwortung zu überfordern. Ich hatte darüber nachgedacht, den Kindergarten zu fragen, ob man da nicht gemeinschaftlich als Eltern ein Tier anschaffen kann, um das sich dann die Kinder gemeinschaftlich kümmern. Ich werde das die Tage in Angriff nehmen.