Haustiere

Unser kleines Biest hat uns vermisst

Nach dem schönen Wochenende wurden wir jäh auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Ich schließe die Tür auf und was sehe ich? Unsere Wohnung sieht aus wie ein Schlachtfeld. Die Kissen liegen auf dem Boden, Wollknäule und erbrochenes auf dem Teppich, die Tapete im Flur zerkratzt, der gesamte Inhalt des Katenklos lag daneben. Mein erster Gedanke war “Klasse!, die ganze Erholung ist dahin.” Jetzt hieß es stundenlang putzen. Ich konnte der Katze jedoch nicht wirklich böse sein. Da saß sie nun in mitten des Schlachtfeldes und wedelte mit dem Schwanz. Ich hatte auch einmal gelesen, dass man Katzen oder Tiere im Allgemeinen nicht später für etwas bestrafen sollte, da sie es dann vergessen hätten. Bei Katzen soll es besonders schlimm sein, da sie dann wirklich verstört und ängstlich werden. Was also tun, außer kurz durchatmen und anfangen?

Das witzige war, dass meine Freundin Eva am Tag zuvor noch hier war, um nach dem rechten zu sehen. Da sei alles ok gewesen, sagte sie, als ich dann abends mit ihr telefonierte. Schicksal. Wären wir einen Abend eher gekommen, dann müsste ich jetzt nicht die halben Kissenbezüge in die Reinigung bringen. Na wenigstens sorgt sich Cathi wirklich um ihre Katze. Das hat sie mir in diesem Moment bewiesen. Sofort hat sie alle Reinigungsutensilien geholt und ganz liebevoll gemeint “Setz’ dich hin Mama, ich mach das für dich! Ich wollte ja auch die Katze”. Vernünftige Einstellung hat sie, meine Kleine. Als Belohnung hat sie dann weniger machen dürfen und statt dessen mit ihrer Katze kuscheln.

Sissi – Unsere neue Katze

Wie ich gestern geschrieben habe, habe ich mehr oder weniger unfreiwillig die Katze mit hoch in die Wohnung genommen. Ich war dann noch schnell beim Zoomarkt und habe ein Katzenklo geholt, da irgendwann die Frage aufkam “Wo macht das Tier eigentlich hin”? Es war ein bischen wie in einem Loriot-Sketch, denn ich habe den Rat der Dame aus dem geschäft befolgt. Ich habe das Katzenklo in das Bad gestellt, die Katze genommen und sie kurz darauf gesetzt. Irgendwie wollte sie das aber nicht so ganz verstehen, denn als sie dann musste, da stand sie vor der Tür, hat gekratzt und gemautzt. Ich habe sie dann wieder angehoben und ins Bad getragen, um sie auf das Klo zu setzen. Sie schaute mich irritiert an, ist dann an mir vorbei gehuscht und stand wieder vor der Tür. Ich nehme mal stark an, dass sie ihr ganzes Leben draußen gelebt hat. Ich habe sie dann quasi wie einen Hund, nur ohne Leine, gassi geführt. Ich stand unten vor der Haustür und habe gewartet, bis sie ein paar mal um die Büsche gestreift ist, um dann unter einer Hecke ihr Geschäft zu verrichten. Sie scharrte und kam dann wie ein Hund zu mir zurückgelaufen. Sie setzte sich vor mich und schaute mich mit großen Augen an als wenn sie mir sagen wollte “Nun mach schon die Tür auf.” Ich war etwas ratlos, denn mir war nicht daran gelegen, nun jedes mal mit ihr runterzugehen, wenn sie musste. Das Problem hat sich lustigerweise so geklärt, dass Cathi ihr gezeigt hat, wie man es macht. Cathi hatte vergessen die Tür vom Bad zu schließen. Als sie dann auf dem Topf saß, da ist die Katze an mir vorbei zum Bad gerannt und hat dann Cathi interessiert beim großen Geschäft zugeschaut. Ich folgte ihr in den Flur, als die Katze vorsichtig das Klo betrat. Als ich durch den Spalt schaute, da sah ich, wie Cathi freudig quietschte, während die Katze auf dem Katzenklo ihr erstes Geschäft verrichtete.

Als wir später am Abend noch etwas Fernsehen schauten, da ging mir die Frage durch den Kopf, wie wir sie eigentlich nennen wollen. “Morle oder Tiger…” Man kommt ja auf die absurdesten Ideen. Ich fragte Cathi, wie sie unsere Katze nennen will. Aber von ihr kam nur ein “Max”. Ich erklärte ihr, dass es ein Mädchen sei. Später am Abend habe ich Cathi zu Bett gebracht und ihr noch eine Geschichte vorgelesen. Es war die Geschichte von der Kaiserin Sissi. Während ich so las kam die Katze wieder vorsichtig ins Kinderzimmer geschlichen. Cathi entdeckte sie und begrüßte sie mit einem “Sissi, Sissi komm her!” Ich dachte, dass es so sei, denn Sissi gefiel mir.

Der Hase ist jetzt eine Katze

Jetzt ist es doch passiert. Wir haben ein Haustier. Eigentlich war es mein Fehler, denn vor unserem Mehrparteienhaus -ab und an auch innen- stromerte kurz vor Weihnachten ein kleines Kätzchen herum. Ihr Fell sah nicht besonders dick aus. Und sie hat schon gefroren. Cathi war sofort begeistert von ihr und wollte sie streicheln. Ich habe das Cathi verbieten müssen. Man weiß ja leider nie, was dort für Krankheiten lauern. Cathi war natürlich total sauer auf mich und mir fiel es nicht ganz so leicht, ihr das begreiflich zu machen. Nichts desto trotz habe ich -obwohl manche Mieter und die Hausverwaltung das nicht wollen- mit Absicht ein

Kellerfenster angelehnt gelassen. Ich dachte mir, ich probiere das einmal aus, ob die Miez so schlau ist und die Öffnung findet. Des Weiteren habe ich dann immer unten auf den Boden neben das Fenster eine Schüssel mit Milch und etwas Katzenstreu hingestellt. Außen auf das Fensterbrett habe ich eine handvoll Trockenfutter gelegt, damit sie es findet. Weil Weihnachten war kaufte ich sogar das etwas bessere Futter. Es hat alles super funktioniert. Ich habe die Miez zwar nicht gesehen, aber das Fenster war meist Abends etwas weiter geöffnet und das Futter und die Milch waren leer. Es kam wie es kommen musste. Eines Morgens saß die Miez schon da und hat mich angeschriehen. Für sie war nur Fütterung. An Silvester war ich morgens unten, bevor ich zum Supermarkt bin. Ich habe die Katze gefüttert und als ich wiederkam, da stand sie innen neben der Haustür und ist mir bis in den dritten Stock gefolgt, SIe wollte mit rein. Cathi hätte sie natürlich sofort mitgenommen, aber ich hab gesagt, dass wir kein Haustier haben werden und die Katze von draußen kommt. Cathi hat geweint. Naja Cathi hat dann gewonnen. SIe hat mir wirklich ständig in den Ohren gelogen und jedes mal, wenn ich mit Cathi runter bin, da war die Katze auch schon da. Also ist natürlich das Thema auch jedes mal wieder aufgekeimt. Weil die Katze mir leid tat und ich irgendwie auch meine Ruhe haben wollte habe ich gestern Mittag die Katze gegriffen und bin mit ihr in die Tierklinik gefahren, um checken zu lassen, ob sie gesund ist. Die Katze ist ok, ich habe lediglich eine Wurmkur mit bekommen. Der Arzt meinte nur “Fremde Katze gefüttert?” und ich antwortete verlegen “Hmmm.” Jetzt liegt sie hier auf dem Stuhl neben mir, während ich das schreibe und schnurrt. 1:0 für Cathi.

“Mami, ich will einen Hasen!”

Wie ich bereits berichtet habe war ich ja mit Cathi im Zoo. Cathi hat es wie gesagt super gefallen, doch irgendwie haben wir jetzt ein kleines Problem dadurch bekommen. Immer wenn ich jetzt mit Cathi an der Zoohandlung vorbeigehe bekommt sie ganz große Augen. Gestern hat sie so lange gedrängelt, bis wir hinein gegangen sind. “Wir können ja ruhig mal schauen”, dachte ich. Ich hätte ahnen sollen, was dann passiert. Aus Staunen ist schnell Wollen geworden. Cathi lief von Käfig zu Käfig. “Mami, ich will einen Hasen!” hieß es dann, als ich nein sagte, da es wahnsinnig viel Aufwand ist, lief sie weiter, da sie natürlich dachte, dass ich nur gegen den Hasen war. Sie versuchte es also mit Wellensittichen,Schildkröten und einem Chamäleon. Ich habe natürlich alles abgelehnt, weil ich es zumindest erst einmal in Ruhe mit ihr diskutieren wollte. Schließlich ist ein Haustier eine riesen Verantwortung. Und wenn ich an mich als Kind denke, dann weiß ich, dass ich als Mutter am Ende diejenige sein werde, die den Käfig ständig sauber macht. Was aber tun, wenn das Kind nicht locker lässt? Man kann ja auch nicht erwarten, dass Kinder in dem Alter diese Argumentation verstehen. Nie will ein Kind glauben, dass es doch genau so kommen wird, dass das Tier erst interessant und nach ein paar Wochen langweilig und nur noch Arbeit ist. Ich muss gestehen, dass ich selbst eine Schildkröte auf dem Gewissen habe. Und immer ist es die gleiche Geschichte, die Eltern erzählen. Ich habe nun überlegt, ob es nicht eine Möglichkeit gibt Cathi anderweitig mit Tieren in Kontakt zu bringen, um ihr die schönen Seiten zu geben, sie UND mich nicht mit der Arbeit und Verantwortung zu überfordern. Ich hatte darüber nachgedacht, den Kindergarten zu fragen, ob man da nicht gemeinschaftlich als Eltern ein Tier anschaffen kann, um das sich dann die Kinder gemeinschaftlich kümmern. Ich werde das die Tage in Angriff nehmen.